GVM besucht: Deutsches Luft- und Raumfahrt Zentrum, Köln

Am 30. August 2019 hatte die GVM zu einer Köln Busfahrt mit interessanter Besichtigung des Deutschen Luft und Raumfahrtzentrums (DLR) eingeladen. Der Ausflug war wie immer hervorragend von Mitglied und Reiseverantwortlichen Peter Winter organisiert und akribisch vorbereitet worden. Es stimmte alles. Das Wetter, die Stimmung und die Informationen haben zu einem erfolgreichen Gelingen beigetragen. Bevor es zur „Besichtigungsarbeit“ ging wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Im Restaurant Rhein Blick in Köln Porz, mit einem herrlichen Blick auf den Rhein, wie der Name schön verrät, wurde lecker mit üppigen Portionen gespeist. So gestärkt konnte der Besuch des DLR starten.

Ohne Voranmeldung und gültigen Ausweis wird der Zutritt verwehrt, so wie es ein Teilnehmer leidvoll erfahren musste. Das DLR, als Verein organisiert, betreibt 40 Forschungsinstitute an 20 Standorten mit 8.200 Mitarbeitern im Auftrage der Bundesrepublik Deutschland. Finanziert wird es zu 50% aus öffentlichen Geldern und 50% aus Kooperationen und Projekten der Wirtschaft.  Die Arbeitsgebiete sind Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit. Auf einem weitläufigen Gelände, 55 ha in der Wahner Heide, in der Nähe des Flughafens Köln Bonn, ist das Zentrum dort mit 8 Forschungsinstituten seit 1959 beheimatet. Es arbeiten dort 1.500 Mitarbeiter auf den Gebieten Luftfahrt und Verkehrswesen, Raumfahrtmedizin, Materialphysik, Werkstoffforschung, Solarforschung, Thermodynamik, Antriebstechnik, Strömungstechnik.

Für den Besucher steht die Raumfahrt mit der internationalen Raumstation ISS im Focus. In 400 km Höhe rast die Station in der Größe eines Fußballfeldes mit einer Geschwindigkeit von 28.000km/h in 91Minuten um die Erde. In dieser Höhe muss die vorhandene Schwerkraft von 93% durch die Fliehkraft kompensiert werden. So entsteht die Schwerelosigkeit. Es wird sehr ausführlich die Technik der Module, die Aufgaben der Astronauten und der Hintergrund der Experimente erklärt. Astronauten unterliegen einem sehr strengen Auswahlverfahren, da hohe Anforderungen an die mentalen, psychischen und physischen Charaktereigenschaften gestellt werden. Permanentes Training, unabhängig von einem Einsatz, bestimmt den Alltag. In Köln betreibt ESA als gesamteuropäische Weltraumorganisation seit 1990 ein Trainingszentrum für Astronauten. Dort trainieren Amerikaner, Russen, Japaner, Kanadier und Europäer für den Einsatz auf der ISS. Der Besucher erhält, sofern ein Training läuft, einen Einblick in das Herzstück des Außeneinsatztrainings der Astronauten bei Schwerelosigkeit.  In einem 10m tiefen Wasserbecken wird an Modulen der Raumstation der Außeneinsatz im Raumanzug geübt.  Der Anzug ist mit 0,8 bar aufgepumpt, die Bewegung ist eingeschränkt und Taucher bugsieren ihn zum Einsatzort. Ein weiterer Höhepunkt war MASCOT eine Landeeinheit in Schuhkartongröße welches 2018 auf dem Asteroiden 1999 JU3 gelandet ist. 2014 startete die japanische Hayabusa 2-Mission mit MASCOT, einer französisch-deutschen Entwicklung, an Bord. Gesteuert wurde es von Köln aus. Es konnte so auch ein Blick in das MASCOT Control Center mit mehreren Bildschirmen pro Arbeitsplatz geworfen werden. Das Gerät wurde durch einen rotierenden Exenterarm in Bewegung gesetzt und konnte sich so hüpfend fortbewegen und Daten zur Temperatur, Magnetismus, Zusammensetzung Minerale und Gesteine sowie Bilder sammeln.  Einen sehr interessanten und lehrreichen Nachmittag erlebten die GVM Teilnehmer, danach etwas fußlahm vom Gehen und Stehen.

Dr. Theo Hein

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